Dienstag, 04.11.2014

Warum die Menschen in Seattle so Sleepless sind ;)

Unser Austauschorganisation hat mir und meiner Gastschwester for ein paar Wochen ein 5-Tage Ausflug mit allen Austasuchschülern nach Seattle angeboten. Da konnten wir natürlich nicht nein sagen ;)
Früh morgens an einem kalten, sehr herbstlichen Mittwoch wurden wir mit einem Van abgeholt um durch ganz Washington nach Westen zur Küste zu fahren.
Die Fahrt war ziemlich lustig, denn wir waren ein Gruppe mit Leuten aus allen möglichen Ländern: Deutschland, Dänemark, Italien und Kolumbien. Im zweiten Van waren dann auch noch Leute aus Norwegen, Brasilien und Australien dabei.
Die Landschaft, durch die wir gefahren sind war sehr schön und auch echt ähnlich zu der Umgebung, in der ich in Deutschland lebe.

Als wir in Redmond (Ein Vorort nahe Seattle) im Hotel ankamen war es schon Abend und jeder war sehr müde.
Trotzdem konnte ich kaum schlafen, weil ich mich schon so auf den nächsten Tag gefreut hab.

Der erste Punkt auf unserer Liste war das EMP Museum!*-*
Ein Museum ausschließlich über Musik und vielen speziellen Abteilungen nur über Musik, die sich rund um Seattle entwickelt hat, unter anderm GRUNGE!<3
Die meiste Zeit hab ich eigentlich in der Nirvana Abteilung verbracht. Jeder ist weiter gegangen aber ich konnte einfach nicht aufhören die alten Kasetten anzuschauen, die Gitarren zu bewundern und gute Musik zu hören. Ich war im 7ten Himmel!

Eine ganze Etage wurde den Gitarren und den Musikern, die Götter an der Gitarre waren gewidmet. Man konnte in einem Jam-Session Raum auch ein bisschen selbst spielen, was ich dann auch gemacht habe.

In diesem Museum wurden auch die Mäntel ausgestellt, die Macklemore in seinem berühmten Thrift Shop video anhatte. Manche dieser Mäntel durfte man auch selbst anziehen und für ein Foto posieren.

Nach dem EMP gings weiter mit einem Imax Kino Besuch und einen Spaziergang durch ein Schmetterlingshaus.

Am Nachmittag gings dann zur Hauptattraktion von Seattle: Ganz nach oben zur Spitze der Space Needle.. Naja auf die Spitze darf man jetzt nicht klettern aber im höchsten Stock gibts ein Observationdeck, von wo man einen 360° Blick auf Seattle hat.

Aber, wie ihrs ja schon aus meinem New York Bericht kennt, gibt es ja keinen Großstadttrip mit mir ohne, dass was schief läuft ;D
Am Abend wollten meine Gastschwester und ich ein paar Flaschen Wasser in einem Supermarkt kaufen, um sie für den nächsten Tag in den Rucksack zu packen. Als wir zur Rezeption gegangen sind hat uns die Dame dort eine Route zum "nähesten" Store ausgedruckt. Draußen hat es wie aus Eimern geschüttet aber wir dachten uns: naja is ja nur um die Ecke, wie unsere Betreuerin gesagt hat.
Meine Lieben: Wir sind eine halbe Stunde am Rand des Highways durch Redmond gelaufen um zu diesem Supermarkt zu kommen!!!:D
Als wir dort ankamen waren wir dann schön klitschnass und ziemlich frustriert über die Dame and der Rezeption. Wir wollten dann aber ja auch nicht umsonst dorthin gelaufen sein, also haben wir ein 20er Wasserpack gekauft (jap 20...)!
Zu zweit haben wir das Päckchen dann zurück durch den Regen geschleppt und bei jeder Ampel schnell die Seiten gewechselt. Wir sahen so dämlich aus, dass wir kaum aufhören konnten zu lachen. Als wir schließlich durch die Eingangshalle kamen, total nass und mit einem Riesenpack Wasser haben dann wirklich alle geschaut als wären wir bescheuert. Im Hotelzimmer haben wir dann erstmal ordentlich gelacht und sind dann zum Zimmer unserem Tourguides um einzuchecken. Das erste, was sie uns gefragt hat als sie die Tür geöffnet hat war: "Wollt ihr ein paar Flaschen Wasser? Ich war grad einkaufen."
Sofie und ich haben uns nur angeschaut und wussten nicht ob wir jetzt weinen oder lachen sollen.
Aber wisst ihr was? Wir hatten wenigstens genug Wasser für den Rest unseres Trips und zwei weitere Wochen!:D

Der nächste Tag begann mit dem Public Market Center, ein riesiger Markt überdacht in einem alten Haus mit unzähligen Gängen und Räumen. Überall waren kleine Shops mit altem KrimsKrams oder Süßigkeiten. In einer großen Abteilung des Markts gab es frisches Gemüse und Fisch, den die Verkäufer sich einander zugeschmissen haben und dabei rumgeschrien haben. War sehr lustig anzuschaun.

Direkt hinter der Halle kann man durch eine sehr bekannte Gasse laufen. Der Grund warum diese Gasse bekannt ist ist dem Kaugummi zu verdanken....bereits gekautem Kaugummi... Es hängt überall! An jeder Wand, rundum die Fenster und an den Türen. Die ganze Gasse ist voll mit Kaugummi und jeder darf sein eigenes dazukleben, unter einen bestimmten Regel: man darf nicht die Hände benutzen. Es war ziemlich eklig aber auch witzig als ich dann mein Kaugummi als Erinnerung an diese Wand babben durfte.

Mittags haben wir alle an der Harbour Tour teilgenommen, bei der man vom Boot aus die Skyline bewundern konnte.

Den Rest des Tage shaben wir mit Shoppen verbracht. Ich konnte natürlich nicht am Hard Rock Cafe vorbei gehen ohne ein Andenken zu kaufen ;)
Da der zweite Tag in Seattle auch gleichzeitug Halloween war sind wir Abends als es bereits dunkel war zu einem rund um Seattle sehr bekannten haunted house gefahren. Ich war zwar bereits mit Freunden ein paar Tage zuvor schon in einem haunted house aber "Nightmare on 9th", wie es hieß, wurde als eines der schlimmsten haunted houses in ganz Amerika bezeichnet. Und das war es auch! Ich weiß nicht wieso aber diese Gruselkabinetts sind ein totaler Hype hier rund um Halloween aber es macht mega viel Spaß.
Wir haben in einer riesigen Schlange ungefähr ne halbe Stunde draußen in der Kälte gewartet. Zu fünft haben sie uns dann aufgereit und die Tür zum Grauen geöffnet. Wir sind alle hintereinander gelaufen, da die Gänge so eng waren. Ich hab mich in Noahs Jacke gekrallt und Sofie hat sich an meiner Schulter festgehalten. 
Zuerst sind wir durch eine Etage gegangen, die wie ein Schlachthaus aussah. Überall hingen Schweinerippen und Pferdeköpfe. Hinter den Ecken haben Fleischer in ihren Blutkitteln und komplett weißen Augen gewartet um ganz nah zu uns zu kommen und uns zu verfolgen. Wir haben alle geschrien und gegen die gegnüberliegende Wand gepresst. Manchmal konnte man aber nicht so einfach an den Typen vorbei, denn einer hat rechts and der Ecke und der ander links an der Ecke gewartet...Jedesmal wenn man an ihnen vorbei ist haben sie es einem fast unmöglich gemacht nicht ins Gesicht zu schaun. Dann gings in ein Kornfeld gestaltetes Labyrinth mit Leuten, die rausgesrungen sind und uns angeschrien haben. Aufeinmal hat Noah No one von Alicia Keys gesungen und wir haben alle angefangen zu lachen aber haben dann auch direkt wieder damit aufgehört als der nächste Zombie ausm Kornfeld kam. Die nächste Etage war ein bizarrer dunkler Gang mit Neonfarben und Clowns die überall standen und hysterisch gelacht haben. Es war wie in der Irrenanstalt.. Die Clowns hatten ekelhafte Fratzen und haben sich vor uns gestellt und sind rückwärts vor uns hergelaufen. Der letzte Gang war wie eine Autowerkstatt gestaltet und hier haben Handwerker-Zombies mit Hammern auf uns gewartet. Erst standen sie still aber sobald man an ihnen vorbei kam haben sie einem ins Ohr gebrüllt und mit dem Hammer gegen die Wand geschlagen. Ab nem bestimmten Punkt sind wir alle einfach nurnoch schreien rumgerannt um rauszukommen. Aufeinmal haben wir eine Kettensäge gehört und da war er auch schon: ein Clown mit der besagten Kettensäge.. Und dieser blöde Clown hat uns aus dem Ausgang rausgejagt und ist sogar noch draußen hinter uns hergerannt. Wir waren alle völlig fertig aber auch total gut gelaunt und froh, dass sich keiner in die Hose gemacht hat.

Der nächste tag begann sehr traurig. Wir sind zum Kurt Cobain Memorial gefahren. Keiner aus der Gruppe hat sich wirklich dafür interessiert aber für mich war dieser Ort so bedeutungsvoll, dass ich fast geheult hab:D! Ich konnte kaum glauben, dass ich so nah an seinem haus war..So nah an dem Haus in dem er gestorben ist...

Als wir zum Brücken Troll gefahren sind kam dann auch endlich mal die Sonne raus. Ein schöner letzter Moment in Seattle<3